Newsletter Lebenshilfe Bielefeld 02/10
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Schule Am Möllerstift unterzeichnet Vereinbarung mit Kompetenzzentrum
Jetzt ist es amtlich: Die Schule Am Möllerstift ist neben der Stadt Bielefeld Kooperationspartner der Albatros-Schule in Bielefeld-Senne, die vom Land NRW zum „Kompentenzzentrum für sonderpädagogische Förderung“ bestimmt wurde. Es handelt sich um ein auf drei Jahre befristetes Pilotprojekt, das zum Ziel hat, körperbehinderte Kinder und Jugendliche wohnortnah und integrativ in Regelschulen zu unterrichten. Am Donnerstag, 21. Januar, wurden die Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet.

„Wir sind froh über jedes behinderte Kind, das eine Regelschule besucht“, meinte der Direktor des LWL, Wolfgang Kirsch. Der Landesverband Westfalen-Lippe ist Träger der Albatros-Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Der Ausbau der Albatros-Schule zu einem Kompetenzzentrum sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Inklusion behinderter Kinder und Jugendlicher, so wie sie die vom deutschen Bundestag 2009 ratifizierte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung vorsieht. Die Albatros-Schule hatte ihre Arbeit als Kompetenzzentrum bereits im vergangenen Schuljahr aufgenommen.

Ihre Aufgabe als „Kompetenzzentrum“ besteht zum einen darin, dass sie präventiv-beratend tätig ist. Sie beantwortet zum Beispiel Anfragen von Regelschulen, die sich mit dem Schulalltag körperbehinderter Schüler befassen. Das kann zum Beispiel die ganz praktische Frage sein, wie solch ein Schüler das Sportabzeichen machen kann.

Zum anderen unterstützt die Albatros-Schule Lehrer an allgemeinen Schulen beim Umgang und der Förderung körperbehinderter Kinder und Jugendlicher im Unterricht. Dafür wird den Lehrkräften der Regelschulen eine bestimmte Anzahl an Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt. Das dritte Unterstützungsangebot besteht darin, den Eltern körperbehinderter Schüler, die eine allgemeine Schule besuchen oder dahin wechseln wollen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ein Kernteam aus Lehrern und Therapeuten der Albatros-Schule macht sich zu diesem Zweck vor Ort ein individuelles Bild von der Situation des einzelnen Schülers.

„Unser Ziel ist, die Kinder zu Experten für sich selbst zu machen. Sie sollen lernen, ihre Probleme alleine zu bewältigen“, erklärte der Leiter der Albatros-Förderschule, Ulrich Mengersen. Gleichzeitig wolle man mit dem Konzept die Lehrer an den allgemeinen Schulen vor Ort entlasten und ihnen dabei helfen, Verantwortung zu übernehmen. Dazu sei eben die spezielle Erfahrung von Fachleuten erforderlich. Mengersen verwies dabei auf die langjährige, schon vor Beginn des Pilotprojekts bestehende gute Zusammenarbeit zwischen der Albatros-Schule und der Schule Am Möllerstift hin. Die Kooperation habe vor allem für die Zukunft Bedeutung, wenn auch geistig behinderte Jugendliche eine Regelschule besuchen sollen, so sieht es die weitere Planung der Politiker vor.

„Das wird sich schneller entwickeln als gedacht“, meinte hierzu der Leiter der Schule Am Möllerstift, Reinhard Kerlin. Mit dem Berufsorientierungskonzept stelle seine Schule bereits seit mehreren Jahren ein bewährtes Konzept für den Übergang von behinderten Schülern von der Schule in den Beruf zur Verfügung. „Wir haben immer genau hingeschaut, wie die Kinder am Besten gefördert werden können. Wir werden zunächst die allgemeinen Schulen beraten, wie die Situation von Schülern mit geistiger Behinderung verbessert werden kann“, so Kerlin weiter.

Auch die Stadt Bielefeld wird als Kooperationspartner dazu beitragen, die Situation behinderter Schüler zu verbessern. Oberbürgermeister Pit Clausen verwies auf die in der Kooperationsvereinbarung festgelegte Selbstverpflichtung der Stadt, den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung zu fördern und auch für Barrierefreiheit in den Schulgebäuden zu sorgen. Gleichzeitig wies Clausen darauf hin, dass für den Mehraufwand an den allgemeinen Schulen letztendlich auch mehr Geld für zusätzliche Lehrkräfte vor allem in der Sekundarstufe I zur Verfügung gestellt werden müsste.

„Wir sind auf einem guten Weg“, meinte LWL-Direktor Kirsch zum Schluss. Er machte allerdings deutlich, dass es Grenzen der Inklusion gebe. „Man wird auch weiterhin für Kinder mit Mehrfach- oder Schwerstbehinderung ein differenziertes Förderschulsystem als Schutzraum brauchen.“ Ausschlaggebend seien immer die speziellen Belange der Kinder mit Behinderung. Ziel sei es, Förderschulen und Regelschulen langsam und pragmatisch einander anzunähern.

Die Frage, Förderschule oder allgemeine Schule wird deshalb auch immer wichtiger, weil sich in absehbarer Zukunft das Elternwahlrecht politisch durchsetzen wird. Dann können die Eltern selber entscheiden, welche Schule sie für ihre behinderten Kinder für richtig erachten.

Lebenshilfe mit neuem Angebot: sozialpädagogische Familienhilfe
Kinder zu erziehen ist an sich schon nicht immer leicht. Sind sie behindert, ist ein Elternteil allein erziehend und das Geld knapp, dann wird es in der Regel schwierig. Für Familien in solchen oder ähnlichen Lebenslagen bietet die Lebenshilfe Bielefeld ganz neu die sozialpädagogische Familienhilfe an (SpFh). Sie leistet direkte Hilfe zur Selbsthilfe.

Sozialpädagogische Familienhilfe ─ ein abstrakter Begriff für ganz konkrete Unterstützung im ganz alltäglichen Leben. Bei der Lebenshilfe ist das die Aufgabe von Cornelia Hedrich, 38 Jahre, Sozialpädagogin. Ihre Arbeit in dem bei der Lebenshilfe neu geschaffenen Bereich ist es, vor allem Familien und Alleinerziehenden mit behinderten oder entwicklungsauffälligen Kindern zu helfen, ihre Alltagsprobleme zu lösen, Krisen und Konflikte zu meistern. Sie unterstützt die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder, hilft beim Umgang mit Ämtern und Einrichtungen und berät bei der wirtschaftlichen und organisatorischen Haushaltsführung.

Seit Anfang Dezember betreut die 38-jährige Sozialpädagogin eine allein erziehende Mutter mit einer lernbehinderten und einer schwerstbehinderten Tochter. Um sich ein unmittelbares Bild von der Lebenssituation vor allem der Kinder zu machen, besuchen „Familienhelfer“ wie Cornelia Hedrich die Ratsuchenden regelmäßig vor Ort. Gemeinsam mit allen Beteiligten versuchen sie, eine Lösung für die verschiedenen Probleme zu finden. Denn das ist wichtig: Sozialpädagogische Familienhilfe ist kein von außen verordnetes schematisches Programm, sondern Hilfe zur individuellen Selbsthilfe.

„Ich bin dazu da, Vorschläge zur Verbesserung zu machen und zur Lösungsfindung anzuregen“, erklärt Cornelia Hedrich. „Die Bereitschaft zur Veränderung muss von der Familie aus kommen. Ich kann und will ihnen nicht die Verantwortung für ihre Situation abnehmen.“ Ganz wichtig sei es deshalb, eine tragfähige Vertrauensbasis aufzubauen.

Um sich ein umfassenderes Bild der betreuten Kinder und Jugendlichen zu machen, arbeitet Cornelia Hedrich eng mit anderen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen zusammen. Die sozialpädagogische Familienhilfe steht aber allen Angehörigen von Kindern mit oder ohne Behinderung offen. „Zum Frühjahr haben wir eine zweite Stelle in der SpFh eingerichtet, denn der Bedarf wächst“, so die Leiterin der Ambulanten Dienste der Lebenshilfe, Dorlis Grzanna-Coesfeld.

Den Weg zur sozialpädagogischen Familienhilfe finden die Ratsuchenden über das Jugendamt der Stadt Bielefeld, bei dem sie einen Antrag stellen müssen. Dies wiederum fragt bei der Lebenshilfe an, ob sie die sozialpädagogische Betreuung übernehmen kann. Kosten fallen für die Ratsuchenden nicht an.

Frostige Forschungsergebnisse
Eiskalt im wahrsten Sinne des Wortes waren die „Getränke“, die in der letzten Januar-Woche in der Wirbelwind Kindertagesstätte Am Möllerstift an der Schnee-Bar serviert wurden.
Zum Aufwärmen war das natürlich nichts, aber etwa 20 Kinder mit und ohne Förderbedarf lernten in dem Projekt „Wasser und Eis“ auf diese Weise spielerisch, was man mit dem nassen Element alles anstellen kann. Gefärbtes Wasser in Förmchen gefüllt, musste man bei diesen Temperaturen nur kurze Zeit ins Freie stellen, und schon entstanden nicht nur prima Cocktails, sondern auch lila Eisbären oder rote Tannenbäume. Die kleinen Forscher gingen auch der Frage nach, was passiert, wenn man einen Wollfaden zusammen mit einer Prise Salz auf einen Eiswürfel legt. „Wir haben alle gestaunt, als man den Eiswürfel am Faden hochheben konnte. Das hatten wir nicht erwartet“, meint Erzieherin Claudia Meyer zu Westerhausen. Zusammen mit der pädagogischen Mitarbeiterin Elvira Löwen und den Kindern Tobias (5 Jahre) und Janis (6) präsentierte sie die „Forschungsergebnisse“. Das nächste Projekt beginnt Anfang März zum Thema „Erde und Ton“.
Hundertprozentiger Erfolg
Alle zwölf Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben den Berufsbildungsbereich der Bielefelder Werkhaus GmbH erfolgreich abgeschlossen. In der zwei Jahre dauernden Berufsbildungsmaßnahme erwarben die Absolventen Kenntnisse und Fertigkeiten in den Arbeitsbereichen Holzbearbeitung, Metallbearbeitung, Verpackung/Montage und Konfektionierung. Die jungen Männer und Frauen erhalten alle einen Arbeitsplatz in den Betriebsstätten der Werkhaus GmbH in Brackwede oder Oldentrup. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreichte der Betriebsstättenleiter in Oldentrup, Andreas Neitzel, Ende Januar die Abschlusszeugnisse.
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