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| Gut besuchte Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen |
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„Lebenshilfe ist Menschlichkeit“
4. Dezember 2009, Ringlokschuppen in Bielefeld: Mehr als 300 geladene Gäste saßen gespannt im abgedunkelten Saal.
Lokale und überregionale politische Prominenz trat an das Rednerpult, um die Arbeit und das Engagement der Lebenshilfe
Bielefeld zu würdigen. Die Gründungsmitglieder haben es sich wahrscheinlich nie träumen lassen, dass sich ihr Vorhaben
so entwickeln würde. Denn vor 50 Jahren sah alles noch anders aus.
4. Dezember 1959, Cecilien-Gymnasium in Bielefeld: 16 Bielefelder Eltern von Kindern mit Behinderung hatten sich
versammelt um die Gründung der „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V.“ Bonn, Ortsstelle Bielefeld,
vorzubereiten. „Es fehlte an Geld, aber nicht an Engagement“, meinte Heinz-Joachim Niederschelp, Vorsitzender der
Lebenshilfe Bielefeld, als er in seiner Rede die erstaunliche Entwicklung nachzeichnete.
Aus der kleinen Ortsgruppe (Nummer: 007) entstand eine Einrichtung, die heute etwa 1000 Plätze für Menschen mit Behinderung
anbietet. Auf dem Weg dorthin musste die Lebenshilfe immer wieder gegen gesellschaftliche Nicht-Akzeptanz und Ignoranz
ankämpfen ─ bis heute. Doch die Entwicklung zu mehr Normalität war nicht aufzuhalten. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
wie die Sozialhilfegesetzgebung in den 60ern bis hin zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen 2009 bedeuteten für diese einen Schritt hin zu mehr Teilhabe am ganz „normalen“ Alltag.
„Behinderte Menschen sind heute Nachbarn, Kollegen; sie sind mittendrin in der Gesellschaft“, meinte Angelika Gemkow,
Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, in ihrer Ansprache. Die Lebenshilfe habe diese Rahmenbedingungen für
die so genannte Inklusion, der Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft, mit geschaffen. Bielefelds
Oberbürgermeister Pit Clausen wünschte der Lebenshilfe die „notwendige Beharrlichkeit“, auch für die Zukunft Forderungen
zu formulieren, um die Lebenssituation behinderter Menschen weiter zu verbessern.
„Wir können stolz auf das Erreichte sein. Es hat sich gezeigt: Lebenshilfe ist Menschlichkeit“, meinte Heinz-Joachim
Niederschelp weiter. Aber es gibt noch mehr zu tun: Für die Zukunft forderte er zum Beispiel mehr Kompetenz in der Behinderten-Medizin,
mehr Unterbringungsmöglichkeiten für die 2. Generation von Menschen mit Behinderung nach Eintritt in den Ruhestand sowie mehr
ehrenamtliches Engagement.
Wie die Entwicklung sich aus Sicht der Eltern darstellt, das beschrieben Margot Cordes, Edith Göbel, Angelika Höttker und
Friederike Reck in einem Podiumsgespräch, charmant moderiert von Uwe Hübner (ZDF-Hitparade), der seit 2006 Botschafter der
Lebenshilfe ist. Ihre Erfahrungen machten deutlich, dass die Gesellschaft noch viel toleranter werden muss und es bis zur
vollständigen Inklusion behinderter Menschen noch viel zu tun ist. Das gemeinsame Fazit der Eltern: Die Lebenshilfe ist
eine Gemeinschaft, in der man sich aufgehoben fühlt und die einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Friederike Reck, deren
Tochter Viktoria die Wirbelwind-Kita besucht, formulierte es so: „Ohne die Lebenshilfe wäre ich aufgeschmissen.“
Klar, dass auch diejenigen, um die es eigentlich geht, auf dem Podium zu Wort kamen. Die Mitglieder des Lebenshilfe-Rates
Ulrike Göbel (Werkhaus), Juri Kopeken (Schule) und Jutta Sandmann (FuD) sprachen über ihre Aufgaben als Lebenshilfe-Räte
im Besonderen und ihren Alltag bei der Lebenshilfe im Allgemeinen. „Ich bin selbstbewusst geworden durch die Lebenshilfe“,
meinte Jutta Sandmann. So wie sie und ihre Kollegen auf dem Podium auftraten, glaubte man es ihnen sofort.
Nach dem „wortvollen“ Teil des Abends stand die zweite Hälfte der Jubiläumsfeier ganz im Zeichen der Unterhaltung. Viel Applaus
erhielten die drei rotnasigen „Piccolini“ für ihren zauberhaften Auftritt und auch die Schülerinnen und Schüler vom
Schwarzlichttheater der Förderschule mit ihrem bunten Reigen aus Magie und Zauberei. Sie alle lieferten den Beweis, dass
Menschen mit Behinderung vieles können, was andere auch können.
Sehr gut angenommen wurde auch der neue Imagefilm. Er zeigt auf sehr sympathische, unaufdringliche Weise die verschiedenen
Aspekte des Lebenshilfe-Alltags in den unterschiedlichen Einrichtungen: angefangen von Kita und Kindergarten, über Schule
und Arbeitsstätten bis hin zu den Wohnstätten ─ eine bunte, lebhafte und irgendwie normale, wenn auch etwas andere Welt.
Zum Abschluss des Abends hatten die Gäste Gelegenheit, am reichhaltigen und leckeren Buffet von Catering & mehr miteinander
ins Gespräch zu kommen. |
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| Lebenshilfe Bielefeld richtet neue Stelle ein: Koordination Ehrenamt |
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Freiwillige vor!
Elke S. hat Zeit. Und sie hat viel Geduld mit Kindern. Winfried N., Rentner, spielt gerne Doppelkopf. Beide möchten sich in
ihrer Freizeit für Andere engagieren. Eine Möglichkeit wäre, zum Telefonhörer zu greifen und Aneta Daniel anzurufen. Die
33-jährige Diplom-Pädagogin arbeitet seit Oktober bei der Lebenshilfe Bielefeld (Ambulante Dienste). Dort hat sie die Aufgabe,
die ehrenamtliche Arbeit zu koordinieren und den Pool an freiwilligen Helfern weiter auszubauen, die Lust haben, Menschen mit
Behinderung in ihrem Alltag zu unterstützen. Die Stelle wurde von der Lebenshilfe neu geschaffen.
„Wir suchen nach wie vor Ehrenamtliche, die ihre Interessen und Begabungen bei uns einbringen möchten“, erklärt Aneta Daniel.
Möglichkeiten, sich zu engagieren, gibt es viele: Freiwillige Helfer können Männer und Frauen mit Behinderung zum Beispiel
beim Arztbesuch begleiten, bei Behördengängen, auf den Weihnachtsmark oder in die Kirche, ins Kino oder Theater, sie können
Kindern vorlesen, Spiele- oder Bastelnachmittage organisieren oder zusammen mit ihnen singen. Die Betreuung kann einzeln
oder in Gruppen erfolgen.
Aneta Daniel nimmt die Kontaktdaten und die Vorlieben der Interessenten auf und ermittelt gleichzeitig, in welchem der Bereiche
der Lebenshilfe ─ Vorschule, Schule, Freizeit und Wohnen ─ es Bedarf an Freiwilligen gibt. Nachdem sie „Angebot“ und „Nachfrage“
miteinander abgeglichen hat, vermittelt sie die ehrenamtlichen Helfer an ihren zukünftigen Einsatzort und gibt ihnen gleichzeitig
Hilfestellung bei der Bewältigung ihrer neuen Aufgabe. Umgekehrt fragen die verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe bei der
Diplom-Pädagogin an, ob sich jemand in ihrem Freiwilligen-Pool findet, der sich gerade für diesen Bereich engagieren möchte.
Eine weitere wichtige Aufgabe von Aneta Daniel ist die Koordination von Integrationshelfern. Sie begleiten einzelne Schüler oder
Schülerinnen mit Förderbedarf in ihrem Schulalltag. Diese Kräfte helfen den Kindern und Jugendlichen beispielsweise, sich die
Jacke an- und auszuziehen, den Stift korrekt zu halten und leisten während des Unterrichts Hilfestellung bei der Verarbeitung
des Lernstoffs. Diese Schulassistenz wird nicht nur an der Förderschule der Lebenshilfe Am Möllerstift angeboten, sondern kann
bei Bedarf auch von anderen Förderschulen angefragt werden. Die Entscheidung über eine solche Schulassistenz treffen die Eltern.
Für sechs- bis 14-jährige Mädchen und Jungen plant Aneta Daniel außerdem den Ausbau fester, monatlicher Freizeitangebote. Dafür
und auch für die Ferienspiele für Fünf- bis 16-Jährige, die allen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung offen stehen, sind
ebenfalls ehrenamtliche Helfer willkommen.
Wer sich als ehrenamtlicher Helfer oder als ehrenamtliche Helferin bei der Lebenshilfe engagieren möchte, kann sich gerne wenden an:
Aneta Daniel
montags bis freitags 8.30 bis 12.30 Uhr
Friedenstraße 1
33602 Bielefeld
Tel. 0521-30 44-214 / -0
ambulant@lebenshilfe-bielefeld.de |
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| In der Weihnachtsbäckerei |
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Herzen, Sterne und Engel aus süßem, herrlich klebrigem Mürbeteig produzierten Nike (4) und Linda (4) sowie die
anderen 16 Kinder der integrativen Kindertagesstätte Wirbelwind am 02.12. in der Bäckerei Kaupmann in Senne. Dabei
gingen sie so geschickt zu Werke, als hätten sie nie etwas anderes getan. Im Fünf-Sekunden-Takt landeten die
Plätzchen auf den bereit gestellten Blechen und warteten darauf, in einen der großen Backöfen geschoben zu werden.
Bäcker Michael Meißner bescheinigte den Kindern, sehr diszipliniert vorzugehen: „Die Kleinen machen das sehr gut“,
so sein fachmännischer Kommentar.Die Großbäckerei stellt freundlicherweise den Kindergärten aus der Umgebung jedes
Jahr zu Weihnachten ihre Räume zur Verfügung. Klar, dass das eine oder andere Plätzchen zwischendurch gar nicht erst
auf dem Blech, sondern in einem Kindermund landete. Am Ende konnten die Kleinen ihre selbst gebackenen Werke mit nach
Hause nehmen. |
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| Wohnstätten GmbH: zweites Projekt „Ambulant betreutes Wohnen“ fertig |
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Zum ersten Mal eigenständig wohnen mit 54 Jahren
Umzugskartons stehen vor der Tür, an der Decke baumelt eine Glühbirne, eine Leiter steht mitten Raum. Für Marianne Schuhmacher
ist das kein gewöhnlicher Umzug, sondern wahrscheinlich das größte Abenteuer ihres Lebens. Die 54-Jährige körper- und geistig
behinderte Frau hat eins von acht Apartments im Haus Cheruskerstraße 72 in Brackwede bezogen ─ hier wird sie ein weitgehend
selbständiges Leben führen. Es ist das zweite Projekt für ambulant betreutes Wohnen der Wohnstätten GmbH. Am 30. November
war offizieller Einzugstermin.
Zusammen mit Marianne Schuhmacher zogen noch weitere sechs Menschen mit Behinderung in das weiße, modern gestaltete Haus ein.
Die barrierefreien Apartments haben eine Größe von 32 bis 48 Quadratmetern, eines ist noch frei. Vermietet werden sie von der
Wohnstätten GmbH, einem Unternehmen der Lebenshilfe Bielefeld, auf dem freien Markt zu regulären Mietpreisen.
Marianne Schuhmacher ist, wie die anderen Bewohner auch, auf eigenen Wunsch in die Cheruskerstraße gezogen. Vorher hat sie in
einem der fünf Häuser der Wohnstätten GmbH gelebt und wurde dort stationär betreut. Der Umzug bedeutet für sie ein großes
Stück Selbständigkeit und Normalität. Wie alle anderen hatte sie zunächst große Angst, ob sie es schaffen würde. Doch: „Jetzt
freue ich mich sehr darauf, hier allein zu wohnen.“
Ganz allein ist sie jedoch nicht. Unterstützt wird sie von der AWH - Ambulante Wohnhilfen GmbH, flexibel und nach individuellem
Bedarf. „Die Bewohner erhalten genau die Hilfe, die sie brauchen“, erklärt Wilhelm Imorde, Leiter der Wohnstätten GmbH und
Geschäftsführer der Ambulante Wohnhilfen GmbH, das Konzept des ambulant betreuten Wohnens. Zurzeit sind vier bis maximal elf
Stunden in der Woche mit den Bewohnern vereinbart worden. Imorde geht aber davon aus, dass die Stundenzahl nach einer gewissen
Eingewöhnungszeit reduziert werden kann.
Die AWH leisten zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen, bei Behördengängen, im Haushalt oder in der Freizeit. Im Krankheitsfall stehen
die AWH-Fachkräfte mit Pflegedienstleistungen zur Verfügung und sind im Notfall rund um die Uhr erreichbar. Möglich ist aber auch,
fremde Betreuungs- als auch Pflegedienste in Anspruch zu nehmen.
Die Cheruskerstraße ist das zweite Projekt der Wohnstätten GmbH, in dem ambulant betreutes Wohnen angeboten wird. Das erste
Apartmenthaus entstand 2006 in der Petristraße. Ein drittes mit sechs Wohnungen ist für 2011 im Bielefelder Schlachthofviertel
geplant. „In Zukunft wird die Nachfrage nach dieser Wohnform steigen“, meint Wohnstätten-Chef Imorde. Das Angebot, betont er,
stehe allen Menschen mit Behinderung offen.
Inzwischen ist Marianne Schuhmacher dabei, mit zwei Helfern Gardinenstangen anzubringen. „Ich habe kurz vor dem Einzug bis spät
abends sauber gemacht“, erzählt sie. Doch jetzt ist erst einmal eine Pause angesagt, mit „ausruhen und Kaffee trinken“ ─ wie bei
einem ganz normalen Umzug.
Die Wohnstätten GmbH ist ein Unternehmen der Lebenshilfe Bielefeld, die Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen unterstützt.
Die Wohnstätten GmbH verfügt über fünf Wohnstätten in ganz Bielefeld, in denen 112 Menschen mit geistiger Behinderung rund um
die Uhr betreut werden. Daneben wird in zwei Häusern das ambulant betreute Wohnen ermöglicht. Betreuung und Pflege übernimmt
die AWH- Ambulante Wohnhilfen GmbH. |
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| Schule Am Möllerstift auf dem Weihnachtsmarkt |
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Auch dieses Jahr war die Schule Am Möllerstift mit einem Stand auf dem Brackweder Weihnachtsmarkt Ende November präsent.
Isolde Sannemann-Dawid (links, Lehrerin in der Berufsbildungsstufe) und Barbara Pomplun (Lehrerin in Ruhestand) hatten die
Bastelarbeiten der Schülerinnen und Schüler in der Adventshütte liebevoll arrangiert. Wärmende Schals, hölzerne, lustige
Wichtel, Weihnachtskarten oder hübsche Vogelhäuschen waren in zahlreichen Unterrichtsstunden sorgfältig angefertigt worden.
Auch die Eltern hatten einige schöne Kleinigkeiten beigesteuert wie zum Beispiel Körner- oder wohlriechende Lavendelkissen.
Eltern und Lehrer wechselten sich beim Standdienst an den beiden Markttagen ab. |
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| Weihnachtsbasar der Werkhaus GmbH |
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Vorweihnachtliches Stöbern
Was soll man bloß nehmen? Die Auswahl beim diesjährigen Weihnachtsbasar der Werkhaus GmbH am 20.11. war ziemlich groß:
Selbstgebastelte hübsche Weihnachtsengel, edle Metallwindlichter aus der eigenen Werkstatt für behinderte Menschen,
Adventsgestecke von klein und niedlich bis imposant und extravagant, dekorativer Schmuck, Holz-Elche, sogar Wein und
Vieles mehr konnten die Besucher beim Schlendern durch Flure und Werkstätten entdecken. So zahlreich waren sie, dass
sich hier und da kleine Staus bildeten. Ein Flohmarkt bot Gelegenheit, zwischen Gläsern, Büchern oder Spielen nach
Herzenslust zu stöbern. Klar, dass soviel Schauen und Kaufen hungrig macht. Dafür gab’s dann Bratwurst, Pizza und
Pommes und noch einen Schluck Glühwein. |
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| Eltern behinderter Kinder bangen um Kindergeld |
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Sozialämter ändern aufgrund neuer Rechtsprechung ihre Verwaltungspraxis
Mit großer Sorge beobachtet der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) eine neue Verwaltungspraxis der
Sozialämter bei der Bewilligung von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Diese Sozialhilfeleistung wird
unter anderem volljährigen Menschen mit Behinderung gezahlt, die voll erwerbsgemindert sind. In aktuellen Bewilligungsbescheiden wird
Leistungsberechtigten, die im Haushalt ihrer Eltern leben, neuerdings mitgeteilt, dass das Sozialamt bei der Familienkasse die Abzweigung
des Kindergeldes beantragt hat.
Hintergrund dieser Vorgehensweise ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Dezember 2008 (Aktenzeichen III R 6/07).
Danach darf das eigentlich den Eltern zustehende Kindergeld an den Sozialleistungsträger abgezweigt und damit letztlich an diesen
ausgezahlt werden, wenn der Kindergeldberechtigte nicht zum Unterhalt seines volljährigen behinderten Kindes verpflichtet ist, weil
es Grundsicherungsleistungen erhält. Eltern behinderter Kinder müssen aufgrund dieser Rechtsprechung darum bangen, dass sie das Kindergeld
behalten dürfen.
Der Wegfall des Kindergeldes bedeutet für die Eltern starke finanzielle Einbußen. Denn Kindergeld wird nach dem Einkommensteuergesetz
für ein behindertes Kind lebenslang gewährt, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten und das Kind außerstande
ist, sich selbst zu unterhalten. Mit dieser Regelung nimmt das Gesetz Rücksicht auf die Mehrkosten, die Eltern aufgrund der behinderungsbedingten
Beeinträchtigungen des Kindes entstehen.
Der bvkm rät Betroffenen deshalb dringend dazu, sich gegen die Abzweigungsanträge der Sozialämter zur Wehr zu setzen. Argumentieren
sollten die Eltern damit, dass sie für ihr Kind durchschnittlich im Monat Aufwendungen in Höhe des Kindergeldes haben. Die aktuelle
"Argumentationshilfe gegen die Abzweigung des Kindergeldes" des Verbandes hilft Eltern, ihr Recht durchzusetzen. Sie enthält einen
Mustereinspruch und kann im Internet kostenlos unter folgendem Link heruntergeladen werden:
http://www.bvkm.de/recht/argumentationshilfen/grundsicherung/musterschreiben_gegen_die_ueberleitung_des_kindergeldes.pdf
Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 25.000 Mitgliedsfamilien.
Er vertritt u.a. die Interessen behinderter Menschen gegenüber Gesetzgeber, Regierung und Verwaltung. www.bvkm.de |
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| Wahl zum Behindertenbeirat |
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Bei der Wahl zum Behindertenbeirat der Stadt Bielefeld wurde das Vorstandsmitglied der Lebenshilfe, Herr Friedhelm Kronsbein, als stellv.
Mitglied für den Bereich Frühförderung, Kindergärten, Schule von den Delegierten gewählt.
Wir wünschen ihm viel Erfolg in diesem Gremium.
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Ihre Spende an die Lebenshilfe Bielefeld
Für Ihre Spende haben wir ein Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft eingerichtet.
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